Ratgeber · Mahnbescheid
Gerichtlicher Mahnbescheid: Ablauf, Kosten, Widerspruch
Stand: Juni 2026
Was ein Mahnbescheid ist
Der Mahnbescheid ist ein vereinfachtes, weitgehend automatisiertes Gerichtsverfahren, um eine Geldforderung durchzusetzen. Anders als bei einer normalen Klage prüft das Gericht die Forderung inhaltlich nicht - es stellt dem Schuldner nur formal einen Bescheid zu. Das macht das Verfahren schnell und günstig und ist gerade für unbestrittene Forderungen gedacht.
Schritt für Schritt
- Antrag ausfüllen: Der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids läuft über ein amtliches Formular oder das Online-Portal des zuständigen zentralen Mahngerichts. Eingetragen werden Gläubiger, Schuldner, der Forderungsbetrag und der Grund der Forderung.
- Gerichtskosten zahlen: Mit dem Antrag wird eine Gerichtsgebühr fällig. Sie richtet sich nach dem Streitwert und beginnt bei 38 Euro (Mindestgebühr). Erst nach Eingang der Gebühr bearbeitet das Gericht den Antrag.
- Mahnbescheid wird zugestellt: Das Gericht prüft den Antrag nur formal, nicht inhaltlich, und stellt dem Schuldner den Mahnbescheid zu. Ab Zustellung läuft eine Frist von zwei Wochen, in der der Schuldner widersprechen kann.
- Vollstreckungsbescheid beantragen: Zahlt der Schuldner nicht und widerspricht er auch nicht, kann nach Ablauf der Frist ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden. Daraus wird ein vollstreckbarer Titel, der 30 Jahre gültig ist.
Was ein Mahnbescheid kostet
Mit dem Antrag wird eine Gerichtsgebühr fällig, die sich nach dem Streitwert richtet. Sie beginnt bei einer Mindestgebühr von 38 Euro und steigt mit der Höhe der Forderung nach der Tabelle des Gerichtskostengesetzes (GKG). Diese Gebühr legt zunächst der Antragsteller aus; im Erfolgsfall kann sie als Teil der Verfahrenskosten dem Schuldner auferlegt werden. Wie hoch die Gebühr für einen bestimmten Forderungsbetrag ausfällt, zeigt ein Mahnbescheid-Kosten-Rechner.
Widerspruch - und was dann?
Der Schuldner kann dem Mahnbescheid innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung widersprechen. Tut er das, ist das schnelle Mahnverfahren beendet: Auf Antrag wird die Sache an das zuständige Streitgericht abgegeben, und es beginnt ein normales gerichtliches Verfahren. Ab diesem Punkt geht es um die inhaltliche Berechtigung der Forderung - eine Phase, in der anwaltliche Begleitung sinnvoll sein kann.
Bleibt der Widerspruch dagegen aus und zahlt der Schuldner nicht, kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden. Aus ihm wird ein vollstreckbarer Titel, der 30 Jahre lang gültig bleibt - so lange hat die Forderung Zeit.
Was kostet dein Mahnbescheid?
Kwitto begleitet dich durch jeden Schritt - RDG-konform. Der Rechner zeigt die Gerichtsgebühr für deinen Forderungsbetrag; den Antrag füllt Kwitto unterschriftsreif vor.
Häufige Fragen
Was kostet ein gerichtlicher Mahnbescheid?
Die Gerichtsgebühr richtet sich nach der Höhe der Forderung und beginnt bei einer Mindestgebühr von 38 Euro. Bei höheren Forderungen steigt sie nach der Tabelle des Gerichtskostengesetzes (GKG). Die Gebühr trägt zunächst der Antragsteller, kann aber dem Schuldner auferlegt werden.
Brauche ich für einen Mahnbescheid einen Anwalt?
Für den Antrag auf einen Mahnbescheid besteht kein Anwaltszwang. Das automatische Mahnverfahren ist bewusst so gestaltet, dass es ohne anwaltliche Vertretung durchlaufen werden kann. Erst wenn der Schuldner widerspricht und es zum streitigen Verfahren kommt, kann je nach Streitwert und Gericht eine Vertretung nötig werden.
Was passiert, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt?
Legt der Schuldner innerhalb von zwei Wochen Widerspruch ein, endet das schnelle Mahnverfahren. Auf Antrag wird die Sache an das zuständige Streitgericht abgegeben und es beginnt ein normales gerichtliches Verfahren, in dem über die Forderung verhandelt wird.
Wie lange dauert ein Mahnbescheid?
Die zentralen Mahngerichte arbeiten weitgehend automatisiert. Elektronisch eingereichte Anträge werden oft innerhalb weniger Tage bearbeitet, per Papierantrag dauert es in der Regel ein bis zwei Wochen bis zur Zustellung.
Prüft das Gericht, ob meine Forderung berechtigt ist?
Nein. Das Mahngericht prüft den Antrag nur auf formale Vollständigkeit, nicht inhaltlich. Ob die Forderung tatsächlich besteht, wird erst relevant, wenn der Schuldner widerspricht und es zum streitigen Verfahren kommt.
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Kwitto ist ein Software-Werkzeug, das vorbereitet und rechnet - es bewertet deinen Einzelfall nicht und tritt nicht für dich auf.