Ratgeber · Inkasso-Alternative
Inkasso-Alternative: selbst mahnen, Forderung behalten
Stand: Juni 2026
Was Inkasso mit deiner Forderung macht
Klassisches Inkasso übernimmt deine Forderung - gegen eine Provision oder, beim Forderungskauf, mit einem Abschlag auf den Betrag. In beiden Fällen wandert ein Teil deines Geldes in die Gebührenkette, und beim Kunden landet ein Schreiben mit fremdem Briefkopf. Für unbestrittene Forderungen ist das oft ein teurer Umweg.
Selbermahnen: der Weg, der dir gehört
Seine eigene Forderung geltend zu machen ist keine erlaubnispflichtige Rechtsdienstleistung - das darf jeder ohne besondere Zulassung. Du schreibst eine Mahnung, weist die Verzugszinsen nach §288 BGB aus und kannst, wenn nötig, einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Es gibt keine Abtretung, keinen Verkauf und keine fremde Post an deinen Kunden.
Drei Dinge, die bei dir bleiben
- Die Forderung: Sie wird nicht abgetreten oder verkauft. Du bleibst Gläubiger und entscheidest über jeden Schritt.
- Die Kundenbeziehung: Eine sachliche eigene Mahnung hält den Ton in deiner Hand. Die Tür für weitere Aufträge bleibt offen.
- Die Verzugszinsen: Zinsen und - bei Geschäftskunden - die 40-Euro-Pauschale landen vollständig bei dir, nicht in einer Provision.
Wann Inkasso oder Anwalt doch sinnvoll sind
Selbermahnen passt gut für klare, unbestrittene Forderungen. Wird die Forderung dagegen bestritten - etwa wenn der Schuldner einem Mahnbescheid widerspricht - beginnt ein streitiges Verfahren, in dem rechtliche Bewertung gefragt ist. An dieser Grenze ist der Hand-off an einen Anwalt oder ein Inkassobüro der saubere Weg.
Rechne nach, was bei dir bleibt
Kwitto begleitet dich durch jeden Schritt - RDG-konform. Der Verzugszinsrechner zeigt dir, welche Zinsen und Pauschalen du dir mit einer eigenen Mahnung zurückholst.
Häufige Fragen
Was ist die Alternative zu Inkasso?
Statt eine Forderung an ein Inkassobüro abzugeben, kann man sie selbst durchsetzen: erst mit einer Mahnung, in der die Verzugszinsen ausgewiesen sind, und falls nötig mit einem gerichtlichen Mahnbescheid. Die eigene Forderung darf jeder selbst geltend machen - dafür braucht es weder ein Inkassobüro noch einen Anwalt.
Was kostet mich ein Inkassobüro?
Inkassobüros arbeiten in der Regel gegen eine Provision oder kaufen die Forderung mit Abschlag an. In beiden Fällen wandert ein Teil deines Geldes in die Gebührenkette. Beim Selbermahnen bleiben die Verzugszinsen und die 40-Euro-Pauschale dagegen vollständig bei dir.
Behalte ich meine Forderung, wenn ich selbst mahne?
Ja. Wer selbst mahnt, bleibt Gläubiger der eigenen Forderung. Es gibt keine Abtretung und keinen Forderungsverkauf - die Forderung, die Verzugszinsen und der Kontakt zum Kunden bleiben in deiner Hand.
Schade ich der Kundenbeziehung weniger, wenn ich selbst mahne?
In der Regel ja. Ein Inkassoschreiben mit fremdem Briefkopf wirkt auf viele Kunden wie eine Eskalation. Eine sachliche eigene Mahnung lässt den Ton in deiner Hand und hält die Tür für weitere Geschäfte offen.
Ist Selbermahnen rechtlich erlaubt?
Ja. Die eigene Forderung durchzusetzen ist keine erlaubnispflichtige Rechtsdienstleistung - das darf jeder ohne besondere Zulassung. Erlaubnispflichtig wird erst das Einziehen fremder Forderungen, also das klassische Inkasso.
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Kwitto ist ein Software-Werkzeug, das vorbereitet und rechnet - es bewertet deinen Einzelfall nicht und tritt nicht für dich auf.