Ratgeber · Freelancer
Kunde zahlt nicht: der Leitfaden für Freelancer und Selbstständige
Stand: Juni 2026
Honorar selbst durchsetzen
Seine eigene Rechnung durchzusetzen ist keine erlaubnispflichtige Rechtsdienstleistung - das darf jeder ohne besondere Zulassung. Du brauchst dafür weder ein Inkassobüro noch einen Anwalt: Du schreibst die Mahnung, weist die Verzugszinsen aus und kannst, wenn nötig, einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Die Forderung, die Zinsen und der Kontakt zum Kunden bleiben dabei in deiner Hand - es gibt keine Abtretung und keinen Forderungsverkauf.
Verzugszinsen und 40-Euro-Pauschale
Mit dem Verzug beginnen die Verzugszinsen nach §288 BGB zu laufen: Basiszins plus einen Aufschlag, dessen Höhe davon abhängt, ob dein Kunde Unternehmer oder Verbraucher ist. Der Basiszins ändert sich halbjährlich. Arbeitest du für ein Unternehmen, kommt nach §288 Abs. 5 BGB zusätzlich eine Pauschale dazu - die berühmten 40 Euro. Bei Privatkunden entfällt die Pauschale, und der Zinsaufschlag fällt geringer aus. Diese Unterscheidung lohnt sich genau anzuschauen, weil sie über den Endbetrag entscheidet.
Vom Mahnen zum Mahnbescheid
Bleibt die Mahnung folgenlos, ist der gerichtliche Mahnbescheid der nächste Schritt. Du beantragst ihn beim Mahngericht; das Gericht stellt ihn dem Schuldner zu. Reagiert der nicht, kannst du einen Vollstreckungsbescheid und damit einen vollstreckbaren Titel erwirken. Den Antrag füllst du selbst aus und reichst ihn selbst ein - Kwitto bereitet das Barcode-PDF vor und führt dich durch die Felder, tritt aber nicht für dich auf. Widerspricht der Schuldner, wird die Sache streitig und damit Anwaltssache.
Die Kundenbeziehung wahren
Bei Freelancern ist der Kunde oft auch der nächste Auftrag - eine kühle Mahnstrategie ist also kein Selbstzweck. Eine sachliche eigene Mahnung trifft den richtigen Ton: bestimmt, aber nicht eskalierend. Genau das ist der Unterschied zu einem Inkassoschreiben mit fremdem Briefkopf. Garantieren kann das niemand, aber wer den Ton in der eigenen Hand behält, hält die Tür für weitere Zusammenarbeit eher offen.
Erstell deine Mahnung
Kwitto begleitet dich durch jeden Schritt - RDG-konform. Der Mahnung-Generator setzt deine Forderung, die Verzugszinsen und - bei Geschäftskunden - die Pauschale sauber auf.
Häufige Fragen
Welche Verzugszinsen stehen Freelancern zu?
Die Höhe richtet sich nach §288 BGB und danach, wer dein Kunde ist. Arbeitest du für ein Unternehmen, liegt der Verzugszins über dem Basiszins. Ist dein Kunde ein Verbraucher, fällt der Aufschlag auf den Basiszins geringer aus. Der Basiszins selbst ändert sich halbjährlich; gerechnet wird ab dem Eintritt des Verzugs.
Was ist die 40-Euro-Pauschale?
Die Pauschale nach §288 Abs. 5 BGB ist ein fester Betrag, den du bei Zahlungsverzug zusätzlich zu den Zinsen ansetzen kannst - aber nur, wenn dein Kunde kein Verbraucher ist. Sie soll deinen Beitreibungsaufwand grob abdecken. Bei Geschäftskunden kommt sie also obendrauf, bei Privatkunden bleibt sie außen vor.
Verliere ich den Kunden, wenn ich mahne?
Eine sachliche eigene Mahnung ist kein Affront, sondern Teil eines normalen Geschäftsverhältnisses. Sie hält den Ton in deiner Hand - anders als ein Inkassoschreiben mit fremdem Briefkopf, das wie eine Eskalation wirkt. Versprechen kann das niemand, aber eine ruhige, klare Mahnung lässt die Tür für weitere Aufträge eher offen als ein abgegebener Fall.
Wie schnell darf ich mahnen?
Sobald die Rechnung fällig und nicht bezahlt ist, darfst du mahnen - eine Wartefrist gibt es dafür nicht. Eine Mahnung setzt den Schuldner in Verzug; bei Geschäftskunden tritt der Verzug unter Umständen auch ohne Mahnung ein, bei Verbrauchern in der Regel 30 Tage nach Zugang der Rechnung, sofern darauf ein entsprechender Hinweis steht (§286 BGB).
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Kwitto ist ein Software-Werkzeug, das vorbereitet und rechnet - es bewertet deinen Einzelfall nicht und tritt nicht für dich auf.